Dienstag, 8. August 2023

Lageralltag

 Heute sollten wir die verschiedenen Stationen und Aktivitäten am Lagerplatz in Anspruch nehmen. Leider wurde dies durch die andauernde Hitzewelle verunmöglicht da es bei den diversen Aktivitäten zu wenig Schatten gab. Folglich hat die Lagerleitung beschlossen alle Aktivitäten auszusetzen und den Tag für Verbesserungen zu nutzen. Da wir demnach den Tag etwas entspannt haben gibt es auch nicht so viel zu berichten. Ich werde daher die Gelegenheit nutzen um den allgemeinen Lageralltag etwas zu schildern.

Unser Tag beginnt für einen Leiter oder eine Leiterin und viel Jugendliche des Küchenteams um 5:00. Da müssen wir die Essenskisten für das Frühstück und das Mittagessen holen. In Kore ist es üblich zum Frühstück etwas warmes zu essen darum macht sich das Küchenteam sogleich an die Zubereitung. Um 6:00 kommen weitere vier Jugendliche aus den Zelten um beim Kochen zu helfen ehe dann um etwa 7:00 das Frühstück fertig ist. Anschließend wird abgewaschen, Körperhygiene betrieben, der Rucksack mit der Mittagsjause gefüllt und sich in Sonnencreme gebadet. Dann vor zur Wasserstelle und die Wasserflaschen auffüllen und in den Tag starten.


Friseurstudio Eröffnung jetzt neu in SeanManGun
Da heute wie eingangs erwähnt keine Aktivitäten geöffnet hatten, konnten wir frei entscheiden was wir tun wollten. Während die einen am Lagerplatz sicher sehr Tiefgründige Gespräche geführt haben, haben andere die Zeit genutzt um unseren Fahnenmast aufzustellen. (Wir wollten natürlich den höchsten haben) oder ein Frisörstudio zu eröffnen. Wieder andere sind auf den Hauptplatz gegangen um die diversen Länderzelte und Foodhouses zu besuchen. In den Foodhouses haben die einzelnen Länder typisches Essen serviert und das ist eine wunderbare Abwechslung zu dem sonst sehr präsenten Reis.

Länderzelt von Mexiko
Bei den Länderzelten haben sich die Länder vorgestellt. Sei es jetzt die Kultur, Geographie oder einfach die Pfadfinder und Pfadfinderinnenverbände. Fad wird einem dabei jedoch nicht denn das Angebot reicht von Wissen aus einem Schweizer Käse ziehen, Fotos in Trachten vor einem Bild des Schloss Schönbrunn oder eine VR Wanderung durch Chile bishin zu traditionellen Tänzen in Mexico.



Um 17:00 tanzt das Kochteam wieder beim Foodcort am Lagerplatz an um die Zutaten für das Abendessen zu holen und mit der Zubereitung zu beginnen. Im Idealfall ist das Essen dann um 19:00 fertig und wir können mit Blick auf den Sonnenuntergang Essen. Gekocht wird übrigens auf vier zweiflammigen Gaskochern, das funktioniert sehr gut und bis jetzt hat uns jedes Essen geschmeckt.

Nach dem Abwasch gibt es bei der Unterlagerbühne meistens ein kleines Programm der verschiedenen Länder welches des öfteren in einer Party mit Musik und Tanz endet. Wer vom Tag schon etwas müde ist, geht jedoch schon früher zu Bett ehe um 23:00 Nachtruhe herrscht. Das die nicht immer so genau genommen wird ist manchmal anstrengend aber lässt sich auf einem Großlager nicht verhindern.

Abendessen bei Sonnenuntergang

Für uns Patrullenbetreuer und Betreuerinnen heißt es am Abend meistens noch Gelsenstiche und Sonnenbrände der Jugendlichen versorgen (und natürlich auch unsere eigenen), den nächsten Tag Planen und dann auch möglichst bald ins Bett. (Matty)



Unser Fahnenmast ist fast der höchste.





Offside Activity

 Am 03.08. war unser erster und aufgrund des Taifuns auch letzter richtiger Off-Site Tag. Sprich: Direkt nach dem Frühstück marschierten wir alle mit gut gefüllten Trinkflaschen zur Busstation an einem Ende des Lagerplatzes, um dort dankbar in einen stark klimatisierten Bus zu steigen. Was uns alle wenig störte war, dass niemand das Ziel dieser Fahrt wusste, weil sowieso alle erschöpft von den letzten Tagen sofort in einen tiefen Schlaf verfielen.

Die Anlage gegen Monster verteidigen
Station Nr1 war ein Tempel ähnlich dem vom vorherigen Temple-Stay, allerdings mit einem völlig anderen Konzept die Touristen zu bespaßen. Dort angekommen wurden wir in zwei Gruppen geteilt, welche die einzelnen Stationen der Führung versetzt machten. Meine Gruppe wurde zuerst in einen Videospielraum gebracht, bei welchem Monster an drei Wände projiziert wurden, die es galt mit Bällen aus dem Bällebad abzuschießen. Das Spiel an sich war ja ganz lustig und die Zeit der vorherigen Gruppen zu unterbieten auch, allerdings meiner Meinung nach völlig unpassend und ich fühlte mich schon bei der Einweisung verars*ht. Jetzt amal ganz ehrlich: welcher Vollhirni war der Meinung, dass es eine gute Idee ist den Tempel auf diese Weise zu repräsentieren. Die restlichen Stationen bestanden aus einer sehr kurzen und unverständlichen Führung im angebauten Ausstellungsraum (deutlich zu mickrig um es Museum zu nennen), dem Versuch selber Papier herzustellen und der Unterweisung des Profis DANACH. All diese Stationen konnten meinen ersten Eindruck nicht retten, dass das Personal nicht auf so "große" Touristengruppen von 25 Leuten ausgelegt und mit uns maßlos überfordert war. In den Bus wieder eingestiegen wusste wieder niemand wohin die Reise geht, was egal war, weil wieder alle schliefen.

Jack und die Bohnenranke
Station Nr2 war eine Kletterhalle. Ziemlich klein, dafür doch ziemlich viele Attraktionen und Sachen zum ausprobieren. Auf den ersten Blick war ich mir echt unsicher, wie uns dort mehrere Stunden nicht langweilig werden sollte. Doch Dank der Racewand, bei der man zu zweit nebeneinander Rennen klettern und sogar die Zeit stoppen hat können, wurde uns bei den Versuchen unsere Rekorde immer und immer wieder zu brechen nicht langweilig. Auch während der letzten Busfahrt fielen alle, erschöpft vom dauernden Klettern, in einen sanften Schlaf.

Wieder angekommen am Lagerplatz ließen wir den Tag noch gemütlich ausklingen. (Beni)




Papierherstellung












Racewand



Freitag, 4. August 2023

Der offizielle Beginn des Jamborees

 Am 02.08.2023 war nun der offizielle erste Tag am Jamboree.

Planmäßig wäre vorhergesehen gewesen, dass das Frühstück um 5 geliefert wird. Aber wie es so schön heißt: „Aller Anfang ist schwer“, gab es ein paar Komplikationen, sodass das Essen erst gegen 9 Uhr ankam. Davon ließen wir uns aber nicht unterkriegen, denn wir hatten genügend Reste der letzten Tage die vernichtet gehörten. Vormittags und Nachmittags ging es für den Trupp dann in Sektor A wo es diverse Stationen und Aktivitäten zu besuchen gab. Vor allem hoch angesehen war Paragleiten, jedoch war diese Station überfüllt und wir müssen es an einem anderen Tag nochmal probieren. Stattdessen waren einige von uns ein Floß bauen, Fächer bemalen mit einer typisch koreanischen Technik oder koreanisches Bogen- und Steinschleuderschießen.


Was natürlich nicht fehlen durfte an dem Tag war der Austausch mit anderen Pfadfindern aus der ganzen Welt. Beginnend bei einem kurzen „Hallo“, über das Tauschen von Gegenständen, bishin zum Austauschen der Kontaktdaten war alles dabei. 





Etwas erschöpft von der Hitze tagsüber und mit manchmal leichten Sonnenbränden, ging es dann topmotiviert Richtung Hauptbühne in der Mitte des riesigen Lagerplatzes zur Opening Ceremony. 42.000 Pfadfinder*innen unterzubekommen ist gar nicht so einfach, aber es war alles sehr gut koordiniert. Es gab einen Flaggeneinzug von allen anwesenden Ländern, einige Reden, gecoverte Songs von koreanischen Bands die wir nicht kannten und vieles mehr. Das Highlight von den meisten, war die Drohnenlichtershow recht am Ende. Wer jetzt neugierig geworden ist wie die Ceremony abgelaufen ist, kann sich diese gerne auf Youtube anschauen, sie wurde nämlich live übertragen.

Der Link zum Video hier: Jamboree Eröffnung

Flaggeneinzug ab Minute 1:15:00

Bear Grylls ab 1:50:00

Taekwandoo ab 3:07:00

Drohnenshow ab 3:28:00











Bear Grylls holt einen Stern vom Himmel

Flaggeneinzug Österreich

Müde aber glücklich ging es dann gegen 1 Uhr für alle ins Bett.


Der erste Tag am Lagerplatz

Unsere 2-Persone Zelte
 Noch etwas müde von de Anstrengungen der letzten Nacht krochen nach und nach alle aus ihren Zelten. Da wir heute noch keine Versorgung mit Lebensmittelan durch das Jamboree haben, haben wir am Vortag für heute eingekauft und uns ein Frühstück (Toastbrot mit Marmelade, Nutella, Wurst und Käse) zubereitet. Anschließend haben wir die Zelte verbessert und uns ein wenig um Infrastruktur gekümmert. Wir haben das Kochmaterial gesichtet und uns einmal einen Überblick darüber verschafft. Im Anschluss gingen wir einmal die Umgebung erkunden und sahen wie sich ein Lagerplatz nach dem andern zu füllen begann.

Mittags probierten wir erstmals die Gasherde aus und kochten uns Spaghetti mit zwei verschiedene Saucen. Traditionell das erste Lagergericht ^^

Nachdem auch der GS25 am Lagerplatz besichtigt wurde, hatten wir alle weiße Ärmel gekauft um uns vor der Sonne und der Hitze zu schützen. Weiters versorgte und dieser Supermarkt für die gesamte Lagerdauer mit allem was wir brauchten. Angefangen bei Zahnbürsten über Wasser in Flaschen, Keksen und Sonnencreme bis hin zu Toastbrot und eiskühlen Getränken.

Viel mehr ist auch nicht mehr passiert da das Lager erst am nächsten Tag offiziell beginnt



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Leave Seoul

Das Jamboree-Maskotchen
 Die letzten Stunden unseres Aufenthalts in Seoul haben wir mit packen verbracht. Von einem Zimmer zum anderen wurden Rucksäcke gepackt, Zimmer aufgeräumt und die letzten Vorbereitungen für das Jamboree durchgeführt. Um 11h war dann Abmarsch in Richtung Flughafen, damit wir dort in die Busse einsteigen konnten. Nach guten zwei Stunden Fahrt machten wir dann eine Pause bei einer Raststation, wo wir von IST Mitglieder mit Wasserflaschen und Flyers begrüßt wurden. Dort haben wir unser Mittagessen und ein paar Snacks für die zweite Hälfte der Fahrt eingekauft. Nach einer klimatisierten, angenehmen und lustigen Fahrt mit natürlich einer Runde Werwolf wurden wir herzlichst am Lagerplatz von IST Mitgliedern aufgenommen. Diese haben uns dann zu unserem Schattenzelt durch das nasse Reisfeld geführt, wo wir anschließend schnell abendgegessen haben. In der Dunkelheit mussten wir dann unsere Zelte aufbauen, wo wir die nächsten 13 Nächte verbringen werden. (Anais)

IST´s helfen beim Zeltaufstellen
Zeltaufbau in der Nacht
Unser Bus mit der Nummer 5

Brücke nach Incheon





Mittwoch, 2. August 2023

Late Night Talking

Hauptstraße Hongdae
 Unser letzter Tag in Seoul und die Patrulle machte sich am Sonntagvormittag auf den Weg zur Einkaufsstraße in Hongdae. Nach etwas gemeinsamen herumschlendern und einer Pause in einem Café teilten wir uns in Gruppen auf und machten uns auf die Suche nach Essen. Dafür hatten wir Zeit bis wir uns wieder trafen und bereit waren für den Höhepunkt des Tages:





Die Karaokebar

Mit viel Enthusiasmus und natürlich unglaublichem Talent sangen wir oldies but goldies, y2k pop banger und herzergreifende Balladen. Die Zeit hätte fast nicht gereicht, dass jeder sein (größtenteils von mir) ausgesuchtes Lied singt, aber anscheinend waren die Mitarbeiter der Bar  so begeistert von unseren Stimmen, dass wir extra 30 min geschenkt bekommen haben. Meine persönlichen Favoriten waren unsere Versionen von Sign of the Times und Shallow. 


Geschäft in Hongdae

Danach gings weiter mit dem Shoppen, bis uns der Regen am Abend aufholte und wir komplett nass zum Hotel zurückfuhren. Dort mussten wir uns auf den nächsten Tag vorbereiten und den großen Rucksack für die Reise zum Lagerplatz packen. Dass alle von uns dafür länger brauchten als erwartet, hielt uns nicht ab den Tag mit einer Runde Werwolf ausklingen zu lassen. (Anna)




Der Tag danach

 Um 04:30 hieß es bereits wieder aufstehen fürs Morgengebet. Jedoch nicht verpflichtend, umso erstaunlicher ist es, dass trotzdem die Hälfte unseres Trupps das Gebet über eine weitere Stunde Schlaf gestellt haben. Das Gebet war einem frühmorgendlichen Workout ebenbürtig, welches genau wie das am Abend ablief (siehe die ausführliche Beschreibung in „Wir werden Mönche“). Direkt im Anschluss war das Frühstücksbuffett eröffnet und ich durfte währenddessen quer über das ganze Gelände laufen und die beiden Schlafmützen, welche ich Hüttenkameraden nennen durfte, aufwecken. Danach war der alltägliche Putz fällig, auf die Frage, wieso wir einen Schotterplatz mit einfachen Gebinden aus getrockneten Ästen und Bambusstielen fegen mussten, kam ein einfaches „to clear your Mind“.

Clear our Mind

Zum Ausrasten und Wettmachen des frühen Aufstehens wurde gleich darauf eine 1½ stündige Pause eingelegt, welche die meisten schlafend, ich aber Aussicht bewundernd verbracht habe. Als letzten offiziellen Programmpunkt durften wir mit den Mönchen Holzperlen-Armbänder basteln und später unsere Hütten wieder von unserer Besetzung erlösen und säubern.

Als es hieß Abschied zu nehmen trennten sich die Wege der verschiedenen Patrullen wieder und einige von uns ahnten bereits, dass die am Vortag gebastelten Lotusblüten die Heimreise nicht überleben würden. Als Ansporn es dennoch zu versuchen versprach uns Nina einen Keks für jede Lotusblüte, welche das Lager überstehen und heil in Wien ankommen würde.


10014kcal mit Herz

Eine lange Fahrt in einem dichtgedrängten Bus und mindestens zwei ruinierte Lotusblüten später kamen wir in der Seoul Station an und suchten uns unser Mittagessen in unserem ersten richtigen Supermarkt zusammen, um es im nahegelegenen Park zu verspeisen. Wegen der drückenden Hitze, hoher Luftfeuchtigkeit und ein paar Stunden ohne Klimaanlage war unsere Kleidung schnell durchnässt und wir hatten Gewissenbisse mit vielen Koreaner*innen in eine U-Bahn zu steigen, da diese kaum schwitzen und demnach nicht nach Schweiß stinken, wir einen dafür umso intensiveren Geruch ausströmten. 

Hochhäuser bei Seoul Station

Im Hotel wieder angekommen hieß es sofort unter die Dusche und in die gekühlte Lobby setzen. Dort bereiteten wir Werwolf-Karten für die für uns typischen abendlichen Runden vor und plauderten einfach nett, während Leo wie so oft jede Möglichkeit nutzte und daneben ein Mittagsschläfchen hielt.

Im Laufe des Gesprächs machten wir uns über zahlreiche Kandidaten auf der Instagramseite @tinder_jamboree lustig und kamen mit der brillanten Idee, mich, welcher keinen Instagramaccount hat, anzumelden. Als ob das nicht schon genug der Peinlichkeit gewesen wäre, gab ich die Verantwortung ganz in die Hände von Anna und Nina, welche mit sorgfältig ausgewählten Bildern und einem leicht verständlichen Text mich anmeldeten und ganz nebenbei den neuen Account @croptop.beni gründeten (die Geschichte hinter dem Namen wird für immer ein Mysterium bleiben, Spekulationen werden in den Kommentaren gerne gesehen). Währenddessen machte ich mich fertig für das Fotoshooting, um der Anmeldung den letzten Schliff mit Hilfe übertriebener Fotos zu geben. Zu sechst rückten wir in die Seitenstraßen Seouls aus, um das passende Ambiente für ansprechende Bilder zu finden. Nach wie vor habe ich keinerlei Kontrolle über diesen Account, gerade das macht das gesamte Unterfangen so spannend und lustig.

Nach einer kurzen Besprechung des Plans für morgen, welchen ich aus Spoilergründen natürlich nicht verrate, beschlossen wir die Reste des Mittagessens gemeinsam auf einem Zimmer zu essen, da mitgebrachtes Essen in der Lobby verboten ist und wir möglichst viel Geld für den morgigen Tag sparen wollten. Zusammengepfercht in einem 3er Zimmer ohne Tisch bauten wir uns eine Tafelrunde aus Betten und Handtüchern und ließen den Tag bei gemütlichem Beisammensein und ausgelassener Stimmung ausklingen. (Beni)

Es geht Richtung Österreich doch davor...

 Es ist soweit und der Abreisetag ist angebrochen. Pünktlich um 7:30 sollten wir beginnen Richtung Flughafen zu fahren also war davor noch e...